Elfen, Feen & Co. - Feen & Elfen
Es kann eine ganz schöne Plage sein, wenn die eigene Mutter versucht ein Rockstar zu sein. So ergeht es der sechzehnjährigen Kaye mit ihrer Mutter Ellen, die Sängerin der Gruppe "Stepping Razor" ist.
Nach einem fürchterlichen Vorfall mit einem Bandmitglied ziehen Kaye und ihre Mutter zurück aufs Land, wo Kayes Großmutter lebt. Dort erhofft sich Ellen den Vorfall vergessen zu können und die nötige Ruhe und Abstand, zu gewinnen.
Kaye allerdings geht ihrem ganz normalen Teenager Alltag nach, bis eines Tages ein seltsamer Fremder in ihr Leben tritt. Verwundet und am Boden liegend findet sie einen fremdartig aussehenden Mann im Wald, Rath Roiben Rye, der zu allem Überfluss noch behauptet, er sei ein Elfenritter.
Längst vergessene Kindheitserinnerungen kommen in Kaye hoch. Erinnerungen an Elfen, die sie in ihrer Kindheit begleitet haben. Und Kaye erkennt, was sie in Wirklichkeit ist: ein Wechselbalg. Ein Elfenkind, das mit der wirklichen, menschlichen Kaye vertauscht wurde.
Wie zur Bekräftigung dieser Erkenntnis wachsen Kaye Flügel aus ihrem Rücken.
Kaye folgt dem Ruf ihrer Bestimmung und kehrt zurück in die Anderswelt, um dort ihr Volk kennenzulernen und ihr Erbe anzutreten. Im Glauben, in ein Land zu reisen, das von freundlichen Elfen und Feen bewohnt wird, erwacht Kaye mitten in einem Albtraum. Statt freundlich und jubelnd empfangen zu werden, landet sie auf dem Opfertisch des „Unseeligen Hofes“.
Schon mit ihren Spiderwick-Chroniken schlug Autorin Holly Black ihre Leser in den Bann. Mit Elfentochter schafft sie etwas, an das sich bisher die wenigsten Autoren herangewagt haben. Sie lässt zwar die Magie der britisch-irischen Feenmärchen in ihr Buch einfließen, aber sie lässt konsequent die düsteren Seiten der Feen und Elfen mitwirken.
Aus der schottischen Folklore übernimmt sie den „Seeligen Hof“ und den „Unseeligen Hof“. Der „Unseeligen Hof“ zeigt sich von niederträchtiger Seite, beherrscht von Demütigung und Gewalt. Der „Seelige Hof“ mag auf den ersten Blick der harmlosere sein, aber er steht mit seiner Herzlosigkeit und seelischen Grausamkeit dem dunklen Hof in nichts nach.
Auch an Hauptdarstellerin Kaye geht diese Welt nicht spurlos vorüber. Um die Geschehnisse in der Elfenwelt aushalten zu können, entwickelt sich aus dem vorlauten, frustrierten Teenie immer mehr eine Elfe.
Holly Black schaffte es auch ohne viele Worte und detaillierten Beschreibungen, dem Leser einen Schauer nach dem anderen den Rücken runterrinnen zu lassen. Aber eben dieser Schreibstil zieht jugendliche, wie auch erwachsene Leser in ihren Bann.
Ich möchte nicht unerwähnt lassen, dass „Elfentochter“ kein Kinderbuch ist, sondern ein Jugendbuch. Auch wenn der Titel es versprechen mag, in dieser Geschichte findet man keine niedlichen Elfen, sondern sie spiegelt die Elfenwelt so wieder, wie die klassischen Mythen sie überliefern.